Über Gesunde Gemeinden

Das Modellprojekt „Gesunde Gemeinden in einem gesunden Landkreis“ ist Teil der Gesundheitsinitiative „Gesund.Leben.Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, die Prävention und Gesundheitsförderung noch effektiver als bisher gestalten und in den Mittelpunkt stellen will. „Gesund.Leben.Bayern.“ fördert das Projekt mit der Übernahme von Personalkosten und Sachmitteln sowie fachlicher Begleitung. Partner sind die Universität Coburg (Evaluation) und die Techniker Krankenkasse (Förderung von Einzelprojekten).

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt nimmt mit seinen Gemeinden Baiersdorf, Eckental, Heroldsberg, Herzogenaurach und Höchstadt am Modellprojekt „Gesunde Gemeinden“ teil, die Koordination erfolgt durch das Gesundheitsamt. Mit der Initiative möchte der Landkreis die Gesundheitsförderung und Prävention auf kommunaler Ebene stärken. Hierzu sollen unter fachlicher und organisatorischer Begleitung der Projektmitarbeiterin, Gesundheitsnetzwerke auf Gemeindeebene entstehen, die Angebote für Kinder, Jugendliche, Senioren, Familien, Erwachsene oder Menschen mit erschwertem Zugang zum Gesundheitssystem entwickeln. Auf dieser Webseite finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Projekt. Weitere Standorte des Modellprojektes in Bayern sind die Landkreise Ansbach, Bamberg, Coburg, Dillingen, Passau, Weilheim und Würzburg.

Gesundheit

Ist nach aktuell geltender Definition der WHO nicht mehr das Fehlen von Krankheit, sondern ein Zustand körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit ist ein wichtiger persönlicher und gesellschaftlicher Wert. Ihre Bedeutung wird oft erst bei Krankheit oder mit zunehmendem Alter erkannt. Doch wer ist eigentlich „gesund“? Spätestens seit Antonovskys Überlegungen zur Salutogenese wissen wir: Ganz gesunde Menschen gibt es nicht. Jeder Mensch hat gesunde und kranke Anteile, so lange er lebt. Viel wichtiger ist die Frage: Was erhält Menschen gesund? Und welche Bedingungen ermöglichen es den Menschen, ihr Gesundheitspotential voll zu entfalten? An dieser Stelle muss Gesundheitsförderung ansetzen.

Ziele und Inhalte

  • Stärkung von Gesundheitsförderung und Prävention auf kommunaler Ebene
  • Etablierung von Gesundheitsnetzwerken auf Gemeindeebene
  • Einbindung in ein Gesamtkonzept „Gesunder Landkreis“ (Schaffung nachhaltiger Strukturen)
  • Entwicklung und Erprobung von Gute-Praxis-Beispielen
  • Moderation durch ÖGD: Initiierung und Qualitätssicherung

Vorgehensweise

  • Gemeindeanalyse (Analyse von Gesundheitsdaten, Erfassung der Situation vor Ort)
  • Ermittlung von Schwerpunktthemen
  • Definition von Gesundheitszielen
  • Auswahl der Maßnahmen und Strategien
  • Projektdurchführung
  • Evaluation (begleitend)

Leistungen des Gesundheitsamtes

2-jährige Begleitung durch eine Fachkraft (Anja Langer) bei der

  1. Datenanalyse
  2. Bedarfsanalyse
  3. Zielgruppenfestlegung für Maßnahmen
  4. Unterstützung bei der Projektauswahl und –planung
  5. Dokumentation und Evaluation

Zielgruppen

  • Adressaten für die Projekte können sein: Kinder, Jugendliche, Senioren, Familien, Erwachsene, Menschen mit erschwertem Zugang zum Gesundheitssystem
  • Multiplikatoren können alle sein, die direkt oder indirekt einen Auftrag zur Förderung der Gesundheit haben, z.B. ( Sport-)Vereine, Schulen, Kindertagesstätten, Politiker, Polizei, Krankenkassen, Wohlfahrtsverbände bzw. Träger sozialer Einrichtungen, private Anbieter, (Kinder-)Ärzte, Seniorenvertretungen, bestehende Arbeitskreise…

Orientierung an wissenschaftlichen Standards und aktuellen Forschungsergebnissen

  • Beteiligung der Zielgruppen an der Planung und Umsetzung von Einzelprojekten (Partizipation)
  • Schaffung gesundheitsförderlicher Lebenswelten („Setting-Ansatz“): Situation vor Ort spielt entscheidende Rolle (z.B. in Schule, Betrieb, Gemeinde, Stadtviertel…)
  • Kombination von Verhaltens- und Verhältnisprävention hat sich als effektives Vorgehen erwiesen.
  • Berücksichtigung der sozialen Ungleichheit der Gesundheitschancen: Soziale Benachteiligung führt auch zu gravierenden Unterschieden im Gesundheitsverhalten und damit dem Gesundheitszustand der Bürger.

Hintergrundinformationen

Der Gesundheitsreport für den Landkreis Erlangen-Höchstadt wurde in 2013 erstmalig erstellt. Der Teil B behandelt das Thema „psychische Erkrankungen“ gesondert.